Literaturverlage

posted am: 12 Juni 2017

Buchverlage gibt es seit ungefähr 200 Jahren und in den Anfängen lebten sie hauptsächlich von einzelnen großen Werken bedeutender Dichter, verlegt in dem Land und in der Sprache, in der sie auch gelesen wurden.

Durch die verschiedenen kulturellen Epochen hindurch änderten sich die Programme der Verlage, ihr Leserkreis und die Art ihrer Vermarktung. Erst im 21.Jahrhundert bedroht der technische Fortschritt in Gestalt digitaler Medien den reinen Buchverlag. Aus diesem Grund haben die großen Häuser begonnen sich in der Medienlandschaft neu einzurichten.

Wenn man heute den Jahresumsatz der 20 größten Buchverlage liest, erscheinen drei Verlagsgruppen, die zusammen einen Umsatz von 900 Millionen Euro erwirtschaften.

Die Großverlage oder Publikumsverlage, die sich dadurch auszeichnen, dass sie ein Komplettprogramm verlegen und alle herkömmlichen Genres vereinen, bieten darüber hinaus Marketing, Coverdesign, Lektorat und Vertrieb. 

Mittlere Verlage unterscheiden sich von den großen nicht nur in der Auflagenhöhe für Erstlingsautoren, sondern auch im Umfang der Gesamtleistung für Autoren. Sowohl die großen Literaturverlage als auch die mittleren Verlage zahlen in den meisten Fällen Vorschüsse, was bei den Kleinverlagen und den Unabhängigen Verlagen eher selten vorkommt. Bei den kleinen Buchverlagen übernimmt meistens ein Mitarbeiter das Marketing, das Lektorat und den Vertrieb.

Literaturverlage gehören heute zum großen Teil einer Verlagsgruppe an, die verschiedene Themenbereiche in ihrem Haus abdeckt. Dazu gehören zum Beispiel Fachbücher, Belletristik, der große Bereich der Kinder- und Jugendbuchliteratur. Publikumsverlage konnten sich bislang speziell durch Bestseller gut auf dem Markt behaupten und auch Fachverlage haben in den letzten Jahren überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen gehabt.

In den Schwellenländern beginnt mit der Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung ein Hunger auf das Printmedium, das E-Book ist dort noch Zukunftsvision. Buchverlage investieren vermehrt in diesen Ländern, die in den nächsten Jahren die Kunden stellen werden. Europa hingegen sieht sich ganz anderen Herausforderungen gegenüber. Da steht Amazon, der Börsen-Riese vor der Tür der Verlage, um zu zeigen, wie günstig er Bücher auf dem Markt vertreiben kann im Gegensatz zu den konventionellen Buchverlagen. Auch die Autoren haben Blut geleckt. Mit dem schnellen Weg auf den Markt werden viele Neulinge im Literaturbetrieb geködert. Was Amazon nicht bieten kann, ist die Rundumbetreuung der Schriftsteller und die Absicherung durch einen Verlag. 

Literaturverlage werden niemals sterben, sagen die einen, die, die es wertschätzen, gedruckte Lektüre in den Händen zu halten, in Erinnerungen zu schwelgen, wenn man die Fettflecken auf den Seiten entdeckt vom nächtlichen Lesen mit Taschenlampe und Keksen. Als Autor fühlt man sich aufgehoben und unterstützt von einem Verlag, wie zum Beispiel dem Literaturverlag Nina Roiter. Die anderen sagen, dass es in naher Zukunft gar keine Verlage mehr geben wird weil sie nicht mehr notwendig sind und aus Sentimentalität ihre Aktualität verlieren. Wie auch immer man es betrachtet, möglicherweise liegt die Lösung nicht im "Entweder- Oder", sondern im "Nebeneinander".

 

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